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Liebe Besucher vom KGV ''Südhang'' Dittersdorf e.V. heute ist der: 22.10.2020

Wacholder

Als Zwischenwirt fungieren einige Wacholderarten. Aber hier fangen die 'Probleme' schon an. Zum einen (wenns genau sein soll) ist eigentlich die Birne der Zwischenwirt und einige Wacholderarten, wie z.B. der Sadebaum, der Wirt. Gut, das ist vielleicht für die Praxis nicht so von Bedeutung. Es sind aber keineswegs alle Wacholderarten und -sorten (Zwischen)Wirt und nicht alle die es sind, funktionieren im Sinne des Pilzes wirklich gut. Und es mehren sich Beobachtungen, die darauf hindeuten, dass der Entwicklungszyklus des Birnengitterrostes nicht zwanghaft auf "den Wacholder" angewiesen ist. Heisst: Entweder gibt es noch andere (möglicherweise unbekannte) Wirte oder der Pilz kann auf diesen Entwicklungsschritt auch verzichten bzw. diesen in modifizierter Form auf der Birne selber durchführen.

Wie bei allen Lebewesen unterliegen die Populationen des Birnengitterrostes Schwankungen, d.h. der Befall ist von Jahr zu Jahr verschieden. Dieses Jahr konnte ich z.B. mehrere Bäume als nur gering befallen sehen, die in den letzten Jahren keine einzige Frucht mehr zur Reife brachten und mir liegen auch die Beobachtungen mehrer (Hobby)Gärtner/innen vor, die in ähnlicherweise beobachteten. Diese Beobachtungs'material' hat aber eine statistisch zu geringe Grösse, um es verallgemeinern zu können.

Wenn auf chemische Bekämpfungsmittel verzichtet werden soll, ist eine Bekämpfung ausserordentlich schwierig. Ansätze können sein:
Rodung der als Zwischenwirt in Frage kommenden Wacholderarten.

Günther Langer nennt bei den Gartenfreunden (gartenfreunde.de) auf der von ihm geschriebenen Seite über den Birnengitterrost folgende Arten bzw. Sorten:

Stark anfällige Sorten:
J. chinensis 'Keteleeri', J. chinensis 'Robusta Green', J. chinensis 'Pfitzeriana', J. chinensis 'Pfitzeriana Aurea', J. chinensis 'Pfitzeriana Compacta', J. sabina 'Blue Danube', (J. sabina 'Blue Donau'), J. sabina 'Tamariscifolia', J. scopulorum 'Blue Haven' 

Mittlere Anfälligkeit:
J. chinensis 'Mathot', J. chinensis 'Pfitzeriana Old Gold', J. sabina 'Arcadia'
Geringe bis sehr geringe Anfälligkeit: J. chinensis 'Parsonii', J. sabina 'Broadmoor', J. sabina 'Buffalo', J. sabina 'Rockery Gem', J. sabina 'Tamariscifolia Select', J. scopulorum 'Wichita Blue', J. virginiana 'Skyrocket', J. virginiana 'Grey Owl' 

Nicht anfällige Sorten:
J. chinensis 'Plumosa Aurea', J. communis 'Hornibrooki', J. communis 'Repanda', J. squamata 'Blue Carpet', J. squamata 'Blue Star'}

Bei der derzeitig recht schlechten Informationslage bezüglich dieses Rostpilzes sollte man eine derartige Auflistung kritisch lesen - sie ist zwanghaft unvollständig (insbesondere bei dem riesigen Wacholder-Sortiment, das die mitteleuropäischen Baumschulen vertreiben).

Bei kleinen Bäumen mechanische Bekämpfung durch Entfernung des befallenen Laubes und Verbrennung desselben oder Lagerung weit entfernt von der Birne.

Allgemeine Stärkungsmassnahmen wie das Wässern in Trockenzeiten, Bodenverbesserung und andere Standortoptimierungen scheinen zum Rückgang des Befalls beitragen zu können (ein Tip der allgemein die Schadwirkungen von anderen Pilzen wie z.B. Echtem oder Falöschem Mehltau reduzieren kann).

Leider sind diese 'Biotips' insbesondere bei starkem Befallsdruck nur von eingeschränkter Wirksamkeit.